Gottlieb Wendehals
NEIN: Er wird das karierte Sakko nicht an den Nagel hängen.
Weder wird die zerfledderte Aktentasche, noch der pomadisierte Mittelscheitel zugunsten einer flotten Fönfrisur aufgegeben.
WENDEHALS bleibt WENDEHALS - damit "KOMMT FREUDE AUF". Denn auch dieser "SCHNACK", der Volksmund geworden ist und von ihm kreiert wurde, wird dem Stimmungsstar GOTTLIEB WENDEHALS weiterhin wie ein Schlachtruf vorausgehen.
"Nichtsdestoweniger soll dieser Wendehals sich in nächster Zeit ein wenig wandeln", sagt Werner Böhm. Und Böhm darf das behaupten, denn Böhm ist Wendehals.
Er ist es seit 1979. Ein Schlager namens "Herbert" erzählte seinerzeit vom Schicksal eines Alleinunterhalters und Stimmungspianisten. Sein Interpret Böhm nannte sich zwar Wendehals: Etwas entfernt Ähnliches aber war der erlernte Dekorateur mit Innenarchitektur-Ambitionen, der Werbetexter und studierte Musiker ja tatsächlich gewesen. Als Pianist und Sänger der "Hamburger Rentnerband" hatte er Mitte der 70er in der damals hofierten "Hamburger Szene" eine Rolle gespielt. Er bekannte sich dann auch zur Berufsmusik und wurde Profi. Kein Wunder für alle, die seine Vorbelastung kannten: Mutter Sopranistin, Vater Pianist und Schwester Schauspielerin.
"Ich bin aber nicht der Schlagerfuzzi der Familie", sagte er damals schon, "Ich nehme meine Aufgabe ernst". Und das muß man auch - so paradox es auch klingen mag - wenn man mit "POLONAISE BLANKENESE" einen derartigen Hit landet, wie es tatsächlich geschah. Wozu mehr auch nach über 10 Jahren sagen muß: Denn "DAS FREUDE AUFKOMMT, WENN LÖCHER AUS DEM KÄSE FLIEGEN UND DER HEIDI VON HINTEN AN DIE SCHULTER GEFAßT WIRD", ist Allgemeinbildung geworden.
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